Anfang Juli 2026 hat es sich entschieden, dass wir Baja aus München zurücknehmen.
Am 1. April 2026 wurde unser B-Wurf mit 11 Welpen geboren. Die Geburtsgewichte waren von 144g bis zu 238g, Baja kam mit 144 Gramm als erste zur Welt. Sie war munter, weder Doria noch ihre Geschwister haben sie aussortiert und sie konnte selbständig trinken.

Nachdem ihre Zunahmen etwas zögerlich waren und die stärkeren Geschwister an den Zitzen immer etwas schneller am Zug waren, haben wir sie einmal täglich mit Welpenmilch zugefüttert und so hat sie sich ganz normal innerhalb ihrer Gewichtskurve entwickelt. Sobald es ab dem Alter von drei Wochen feste Nahrung gab, wurde sie immer kräftiger und munterer und entwickelte sich zu einer menschenfreundlichen und aufgeweckten Hündin, die ihren Geschwistern in nichts nachstand und ordentlich mit ihnen gerauft hat.





Wir haben Baja nach München verkauft und dort hat ihre neue Familie schnell bemerkt, dass Baja sehr viel trank (bis zu 800ml täglich) und dementsprechend häufig pinkeln musste – teilweise auch in ihre Schlafbox. Auch bei uns hatte sie schon gut getrunken – allerdings konnten wir bei 11 Welpen nicht nachvollziehen, wer welche Mengen Wasser zu sich genommen hatte.
Diagnostiziert wurde dann eine schwere Blasenentzündung, die zur Niere aufgestiegen war. Bajas Ärztin war sehr gründlich und hat am 18. Juni 2026 geschädigte Nieren per Ultraschall diagnostiziert, im Blutergebnis zeigte sich ein SDMA-Wert von 22 (bei Welpen ist 16 der Maximalwert) und Kreatinin war bei 1 – damit völlig unauffällig. Im Raum stand der Verdacht auf eine juvenile Nephropathie – eine angeborene chronische Nierenerkrankung, bei der die Nieren im Mutterleib nicht vollständig ausgebildet wurden. Baja erhielt Antibiotikum gegen den Keim und spezielles Nierendiätfutter, um die Filterfunktion der Nieren zu unterstützen. Innerhalb weniger Tage stieg das SDMA auf 27 an und wir einigten uns mit Bajas Besitzern darauf, eine Zweitmeinung einzuholen.
Baja wurde in der Tierklinik München vorgestellt. Diese bestätigte per Ultraschall die defekten Nieren (kaum bis wenig Nierenmark vorhanden, eine Niere kompensierte das etwas und war deshalb 2 cm größer als die andere). SDMA war auf 27 angestiegen, Kreatinin auf 3 – also wie vermutet stieg das Kreatinin später an, als das SDMA bereits anzeigte. Baja erhielt zwei Tage lang Infusionen, allerdings bekamen sie damit das Kreatinin nur auf 2,7 zurück – erwartet hatten sie den Wert von 2. Da die Infusionen kaum Besserung zeigten, Baja sich aber völlig welpentypisch verhielt, durfte sie wieder nach Hause zurück. Eine Prognose gab es leider nicht, sicher war eine verkürzte Lebenserwartung (das Internet sprach von 0,5-4 Jahren). Das Nierenfutter sollte wieder abgesetzt werden. Nierenfutter ist für das Wachstum von Welpen lebensgefährlich. Es ist extrem protein- und phosphorreduziert, um kranke Nieren zu entlasten. Ein Welpe benötigt für den Knochen- und Muskelaufbau jedoch hohe Nährstoffwerte. Ohne diese kommt es zu schweren Mangelernährungen, Kümmerwuchs und irreversiblen Skelettschäden. Baja bekam deshalb ab dem Zeitpunkt wieder Welpenfutter und etwa eineinhalb Wochen stand die nächste Kontrolle der Blutwerte an.

Bajas Trink- und Urinmenge war deutlich zurückgegangen, da die Blasenentzündung ausgeheilt war – allerdings trank und pinkelte sie immer noch mehr, als normal wäre. Sie musste aktuell etwa 10x pro Tag raus und machte immer noch regelmäßig auch nachts in ihre Box. Ihre Besitzer konnten Bajas palliative Versorgung nicht verkraften und so haben wir angeboten, sie zu uns zurückzuholen. Diese Entscheidung haben wir gemeinsam nach vielen Gesprächen getroffen.


Am 11. Juli 2026 fuhren wir nach München, übernachteten bei den beiden und kehrten am 12. Juli 2026 mit Baja im Gepäck nach Hause zurück.

Dort werden wir ihr ein schönes Leben bieten, bis der Zeitpunkt kommen wird, sie gehen zu lassen. Wir informieren uns nun weiter zum Thema Hundewindeln, Einlagen für die Box (hatten ihre bisherigen Besitzer mit Bettbezug drumherum genutzt, damit Baja sie nicht anfressen konnte) etc. machen zuhause alles welpensicher und werden sie dann hier bei uns liebevoll und möglichst „normal“ umsorgen.
Auch wir haben Respekt vor dieser Aufgabe, aber sehen uns eindeutig in der Verantwortung und haben sie aufgrund der anfänglichen Zusatzversorgung sowieso schon extrem ins Herz geschlossen.
Bajas Geschwister haben wir mindestens eine Blutuntersuchung (speziell auf den SDMA-Wert als Frühmarker), besser auch Ultraschall empfohlen. Doria und Barky sind unauffällig, sowohl im Blut als auch per Schall. Dr. Möhrke haben wir ebenfalls mit ins Boot geholt – alle drei Ärzte (TA München, Klinik München und Möhrke) gehen nicht von einer genetischen Vererbung aus – bisher haben wir im Krankheitsbestand betroffener Welpen nur einen rauhaarigen Hund gefunden, der mit 2 Jahren aufgrund einer Nierenerkrankung verstorben ist, der gar nicht näher mit unseren Kromis verwandt ist.
Drückt uns die Daumen, dass wir Baja für möglichst lange Zeit ein wunderschönes Leben bei uns bereiten können!



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