{"id":1134,"date":"2017-10-01T23:35:32","date_gmt":"2017-10-01T21:35:32","guid":{"rendered":"http:\/\/kromi-barky.de\/?p=1134"},"modified":"2023-05-01T19:55:47","modified_gmt":"2023-05-01T17:55:47","slug":"barkys-hoehepunkt-der-pubertaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sueggelkromis.de\/?p=1134","title":{"rendered":"Barkys H\u00f6hepunkt der Pubert\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Es ist still geworden um uns &#8211; das liegt nicht daran, dass ich keine Lust hatte, \u00fcber Barkys Entwicklung zu berichten, sondern weil wir intensiv daran gearbeitet haben, die Leinen-P\u00f6belei unseres pubertierenden R\u00fcden in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<p>Um den Zeitpunkt der Ausstellungen in Neunkirchen fing es an und kam ganz schleichend. Pl\u00f6tzlich bellte Barky an der Leine andere Hunde an. Bis ich es aktiv bemerkt habe, verging etwas Zeit, denn er tat das nicht bei jedem Hund und so schnell er jedesmal anfing zu bellen, so schnell h\u00f6rte er auch wieder auf. Mir war nicht klar, dass jede Begegnung, die so verlief, meinem Barky zu einem Erfolg verhalf und diese &#8222;Leinen-P\u00f6belei&#8220; damit immer weiter gef\u00f6rdert wurde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0113.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1082\" src=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0113-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0113-300x199.jpg 300w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0113-768x510.jpg 768w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0113-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Irgendwann wurde mir bewusst, irgendwas stimmt mit Barky nicht und ich fing an, mich bei unseren Spazierg\u00e4ngen immer unwohler zu f\u00fchlen. Sobald ich einen Hund am Horizont gesehen habe, wurde mir mulmig zumute, ich sah dann vermehrt auf meinen Hund und versuchte, ihn zu beruhigen, feuerte ihn mit meinem Wortschwall aber nur noch mehr an, so dass er bald immer mehr Hunde anbellte, die uns begegneten.<\/p>\n<p>Genau dieses Verhalten war es, was mich anfangs so lange z\u00f6gern lie\u00df, einen R\u00fcden zu nehmen. Ich habe h\u00f6chsten Respekt vor allen R\u00fcdenbesitzern, die sich durch diese Phase gek\u00e4mpft haben und deren R\u00fcden ruhig und ausgeglichen sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0275.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1098\" src=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0275-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0275-300x199.jpg 300w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0275-768x510.jpg 768w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_0275-1024x680.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In dieser Phase wandte ich mich sowohl an meine Hundeschule <a href=\"http:\/\/www.pfoetchenuni.com\/\">Pf\u00f6tchenuni<\/a> als auch an Barkys Z\u00fcchterin, <a href=\"http:\/\/www.ruhrkromis.de\">Astrid Hildebrandt<\/a>. Zum Gl\u00fcck stand ich mit dem Problem nicht alleine da und war gerne bereit, mir dabei Hilfe und Unterst\u00fctzung zu holen, die ich auch bekam.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war ich nicht komplett unvorbereitet und es war klar, dass diese Phase in Barkys Entwicklung irgendwann kommen musste, aus dem freundlichen und offenen Kromi-Baby wird ein erwachsener R\u00fcde in vollem Saft. Trotzdem verzweifelte ich zwischendurch mit der Hormonbombe am anderen Ende der Leine.<\/p>\n<p>Meine Hundeschule riet mir erst, Barky mit einem Kastrations-Chip zu versehen, damit sich sein Verhalten nicht generalisiert, weil es vorrangig gegen R\u00fcden ging. So k\u00f6nnte er sich wieder besser darauf konzentrieren, sich so zu verhalten, wie er es gelernt habe bzw. sich auf das Lernen des richtigen Verhaltens konzentrieren.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten Barky aber gerne zuk\u00fcnftig als Deckr\u00fcden einsetzen, sobald er erfolgreich gek\u00f6rt ist und alle Bedingungen erf\u00fcllt, deshalb stand der Chip f\u00fcr uns nicht zur Debatte. Wir w\u00e4hlten den anstrengenderen Weg, alleine Erziehung, Konsequenz und Ausdauer sollten uns zum gew\u00fcnschten Ergebnis bringen &#8211; ein Weg, der sicher nicht der leichteste ist, aber wir waren motiviert, ihn zu gehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170523_205049-e1495568627812.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-780\" src=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170523_205049-e1495568627812-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170523_205049-e1495568627812-300x169.jpg 300w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170523_205049-e1495568627812-768x432.jpg 768w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170523_205049-e1495568627812-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anfangs probierte ich einige L\u00f6sungswege aus, bin anderen Hunden ausgewichen, indem ich B\u00f6gen gelaufen bin, habe Barky teilweise erfolgreich an anderen Hunden vorbei gespielt (mit einem Spieli in der Hand) und ihn mit Leckerchen bestochen. Auf die Leckerchen hat er meistens gar nicht reagiert, f\u00fcr einige B\u00f6gen waren die Stra\u00dfen zu eng und ich war immer noch sehr unzufrieden und frustriert mit der Situation. Ich hatte das Gef\u00fchl, er nimmt nicht ernst, wenn ich ihn dann anmotze und kam damit auch nicht zum gew\u00fcnschten Erfolg.<\/p>\n<p>Dann bot die Pf\u00f6tchenuni einen Intensivkurs Hundebegegnungen an und der kam f\u00fcr uns wie gerufen. Genau unser Thema sollte in 8 Trainingseinheiten bearbeitet werden. Zwischen den Einheiten hatten wir immer eine Woche Zeit, die ge\u00fcbten Dinge im Alltag auszuprobieren.<\/p>\n<p>Nun wurde mir klar, Barky p\u00f6belt, weil er die Distanz zum anderen Hund erh\u00f6hen m\u00f6chte, weil er sich angegriffen oder einfach unwohl f\u00fchlt. Und jedesmal, wenn er bellt und der andere Hund vorbei geht, dann hat er damit Erfolg, er hat den anderen ja vertrieben. Au\u00dferdem hat Barky Frust an der Leine, weil er durch unsere Gruppenspazierg\u00e4nge im Freilauf gelernt hat, wenn er auf andere Hunde trifft, dann darf er toben und ohne Leine machen, was er will, schnuppern, wo er will und solange er will, markieren wo er will &#8211; diese Liste k\u00f6nnte man unendlich fortsetzen. Ich habe seine P\u00f6belei also zum Teil selbst verschuldet.<\/p>\n<p>So simpel die Erkl\u00e4rung zu seinem Verhalten ist, so schwierig ist es doch, davon wieder wegzukommen. Nun erarbeiteten wir verschiedene Bausteine, die mir helfen, mich bei Begegnungen richtig zu verhalten.<\/p>\n<p><strong>1. Rettungsschwimmer mit Leine ausstreichen<\/strong><\/p>\n<p>Der allererste Baustein des Kurses, der war total wichtig f\u00fcr mich, auch wenn das optisch der unspektakul\u00e4rste Baustein war. Bemerkt man erste Unruhe oder Angespanntheit beim Hund, streicht man mit den H\u00e4nden \u00fcber die Leine vom Hund zu einem selbst und wendet den eigenen K\u00f6rper dabei in die andere Richtung. Der Hund erh\u00e4lt dadurch leichte Impulse, ohne Druck zu empfinden (der Gegendruck beim Hund erzeugen w\u00fcrde) und wendet sich dem Menschen irgendwann zu. Das wird durch Clicker, Leckerchen oder Stimme best\u00e4tigt und man dreht in die entgegengesetzte Richtung ab, so dass der Hund die Distanz zum &#8222;Gegner&#8220; wieder erh\u00f6hen kann und sich sichtlich beruhigt.<\/p>\n<p>Die Sichtweise, sich in einen Rettungsschwimmer zu versetzen, der dem Hund das Leben rettet, klang erst etwas abwegig, aber es hat total geholfen, das Verhalten des Hundes zu verstehen. Noch mehr war f\u00fcr mich pers\u00f6nlich daran wichtig, dass es mir den Frust auf Barky genommen hat. Bis dahin war ich sehr oft sehr sauer auf ihn und sehr genervt von ihm, von einem gl\u00fccklichen Mensch-Hunde-Team konnte ich zum diesem Zeitpunkt nicht wirklich sprechen.<\/p>\n<p>Diese negativen Gef\u00fchle meinem Hund gegen\u00fcber wurden in ein positives \u201eich will ihm helfen\u201c-Gef\u00fchl umgewandelt. Der \u201eGegner mit dem hoch erhobenen Beil\u201c (aus Sicht meines Hundes) und mein armer Hund, der nicht schwimmen kann, der tief im Wasser steht \u2013 das hat mich erstmal aus meiner negativen und genervten Gedankenspirale geholt und ich habe gelernt, dass ich besser f\u00fcr Barky sorgen muss, mich viel viel fr\u00fchzeitiger um ihn k\u00fcmmern muss, ich war anfangs immer viel zu sp\u00e4t, obwohl ich seine K\u00f6rpersprache schon lesen konnte.<\/p>\n<p>Inzwischen reagiert Barky schon gut auf das Ausstreichen der Leine, wenn ich dieses Hilfsmittel fr\u00fchzeitig einsetze. Und ich achte schon viel besser auf ihn und verurteile ihn nicht mehr f\u00fcr die P\u00f6belei.<\/p>\n<p><strong>2. Kreise drehen<\/strong><\/p>\n<p>Der zweite Baustein, bei Fu\u00df einen Innenkreis laufen, der hat uns beiden schon sehr viel geholfen, um Barkys Erregung herunterzufahren. Zwischendurch setze ich das bei unseren Spazierg\u00e4ngen auch immer wieder ein, mal, wenn uns ein Hund entgegenkommt, mal, wenn Barky zu Beginn des Spaziergangs sehr aufgekratzt ist und vermehrt an der Leine zieht.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt habe ich gelernt, dass ich ihn kaum noch an langer Leine vor mir herlaufen lasse. Ich habe es vorher falsch gehandhabt, dass man die Leine lockerlassen soll, damit man keinen Druck auf den Hund aus\u00fcbt und sich dessen Druck damit verst\u00e4rkt. F\u00fcr mich hie\u00df es, ich lasse die Leine lang. Dass ich dann \u00fcberhaupt keine Kontrolle \u00fcber den Hund habe und er \u201evorne\u201c von mir im Stich gelassen wurde, das habe ich erst \u00fcberhaupt nicht wahrgenommen.<\/p>\n<p>Inzwischen merkte ich bei unseren allt\u00e4glichen Spazierg\u00e4ngen, dass Barky tats\u00e4chlich viel \u201eohne F\u00fchrung\u201c unterwegs war, was nat\u00fcrlich verst\u00e4rkt, dass er Dinge selbst regeln m\u00f6chte. Nun lasse ich ihn sehr h\u00e4ufig bei Fu\u00df laufen, bleibe stehen, wenn er zieht, damit ich ihn wieder unter Kontrolle habe und laufe viel mehr an der Leine mit ihm, als dass er Freilauf von mir bekommt. Nat\u00fcrlich darf er auch mal frei schn\u00fcffeln, aber es ist Routine geworden, dass er meistens neben mir laufen muss. Von selbst tut er es noch nicht, ich muss das schon immer wieder einfordern, aber das hilft uns in jeder Situation schon gut weiter.<\/p>\n<p><strong>3. Aus der Haust\u00fcr bzw. aus dem Auto raus<\/strong><\/p>\n<p>Barky war nie ein Hund, der im Haus herumgesprungen ist, wenn er gemerkt hat, dass wir rausgehen, deshalb dachte ich immer, dass wir hier schon alles richtiggemacht h\u00e4tten. Auch hier hat sich unsere Routine ver\u00e4ndert und wir haben damit sehr viel mehr Ruhe in ihn hineinbekommen.<\/p>\n<p>Er muss absitzen, bevor ich die T\u00fcr \u00f6ffne, darf erst auf mein Kommando hinter mir das Haus verlassen, muss wieder absitzen bis ich die T\u00fcr geschlossen (und ggfs. auch abgeschlossen) habe. Und dann darf er auch nicht an der Leine zerren und losrennen, sondern wir gehen gesittet bei Fu\u00df oder wenigstens neben mir bis zum \u201eL\u00f6seplatz\u201c. Zwar grummelt und jammert Barky manchmal etwas (Kromis k\u00f6nnen lautstark &#8222;reden&#8220;, wenn ihnen was nicht passt) weil er es nicht abwarten kann und aufgeregt ist, aber ich bleibe trotzdem ruhig und fordere von ihm auch das ruhige Verhalten ein. Wenn er doch vorprescht, bleibe ich stehen und dann kommt er wieder in Fu\u00dfposition (inzwischen von selbst).<\/p>\n<p>Das Aussteigen aus dem Auto l\u00e4uft auch schon viel ruhiger ab, seitdem wir die erlernten Tipps durchziehen. Wenn er jault oder bellt, geht die Kofferraumklappe wieder zu, wenn er versucht aus der Box zu kommen, geht die Boxent\u00fcr wieder zu, nach dem Aussteigen muss er absitzen, damit ich in Ruhe die Box und den Kofferraum schlie\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Meistens nutzen wir nach dem Autofahren die Kombination aus dem ruhigen Aussteigen und anschlie\u00dfendem Kreise drehen, damit Barky wieder runterf\u00e4hrt.<\/p>\n<p><strong>4. Abblocken<\/strong><\/p>\n<p>Der f\u00fcr mich immer noch schwierigste Baustein des Kurses ist das Abblocken meines eigenen Hundes. Als Alternativverhalten lasse ich ihn absitzen und unterbinde seinen Blickkontakt zum anderen Hund (damit Barky den anderen nicht fixiert).<\/p>\n<p>Die Herausforderung f\u00fcr mich besteht darin, Barky dabei nicht selbst zu bedrohen, indem ich mich zu stark vor ihm aufbaue, sonst zeigt er auch mir gegen\u00fcber Meideverhalten. Auf der anderen Seite soll er mich nicht ignorieren und sich nicht an mir vorbeidr\u00e4ngen, um den anderen Hund anzubellen. Ich soll ihn dann k\u00f6rperlich abblocken, aber dennoch ruhig dabei stehen bleiben und ihn nicht an der Leine \u201eherumschleudern\u201c. Diesen Punkt muss ich noch weiter \u00fcben, weil ich darin noch nicht gut bin und Barky sich dennoch an mir vorbeidr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Mit meinem \u201eLass es\u201c feuere ich ihn scheinbar immer nur mehr an, er h\u00f6rt nicht auf, gegen den anderen Hund zu bellen, wenn ich es einsetze. Bei diesem Baustein bin ich selbst noch unsicher und etwas nerv\u00f6s und beim Spaziergang gehe ich lieber z\u00fcgig am anderen Hund vorbei, als Barky absitzen zu lassen, weil ich selbst denke, dass wir das nicht \u201ek\u00f6nnen\u201c. Hier brauch ich nochmal Tipps und Unterst\u00fctzung, damit da bei mir mehr Routine reinkommt.<\/p>\n<p><strong>5. Von hinten \u00fcberholen (lassen)<\/strong><\/p>\n<p>Das hat bei einigen Hunden gut geklappt, bei anderen wieder \u00fcberhaupt nicht gut. Der entscheidende Punkt dabei ist wieder das \u201eAbblocken\u201c meines Hundes.<\/p>\n<p>Einen anderen Hund zu \u00fcberholen klappt ganz gut \u2013 Barky kann bei Fu\u00df gehen, ich halte die Leine so kurz, dass er nicht \u201eausbrechen\u201c kann, gehe einen kleinen Bogen vom anderen Hund weg und dadurch, dass der andere Hund im besten Fall nach vorne schaut, haben die beiden keinen Blickkontakt.<\/p>\n<p><strong>6. Geschirrgriff<\/strong><\/p>\n<p>Den Griff in Barkys Geschirr konditionieren wir gerade und besprechen wir noch. Ich greife und best\u00e4tige das sofort mit einem super Leckerchen. Damit lernt Barky, wenn ich ins Geschirr greife, gibt&#8217;s was Tolles, also schaut er mich an. Sobald Barky sich mir zuwendet, habe ich den Blickkontakt zum anderen Hund unterbrochen und drehe dann um, kann einen Bogen, Innenkreis oder was auch immer laufen oder sonstwie weiter agieren, Hauptsache, ich habe erstmal wieder die Aufmerksamkeit meines Hundes und habe ihn aus dem P\u00f6beln herausgeholt.<\/p>\n<p><strong>7. \u201eBegegnung aushalten\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Baustein ist anfangs schwer auszuhalten gewesen. Bei Begegnungen bleiben beide Halter mit ihren Hunden stehen, bis sie sich selbst beruhigen. Wir greifen nicht ein, sondern halten das P\u00f6beln aus und gehen erst weiter, wenn beide Hunde wieder komplett ruhig sind.<\/p>\n<p>Die Hunde lernen dabei, dass ihr Gebell keinen Erfolg zeigt, sie k\u00f6nnen den anderen Hund damit nicht vertreiben. Und sie lernen, sich selbst zu beruhigen, sie werden nicht st\u00e4ndig von uns &#8222;gemanagt&#8220;, sondern lernen, dass es sich lohnt, entspannt zu bleiben, weil gar nichts passiert. So schwer es war, das auszuhalten, so leicht stellt sich damit doch auch Erfolg ein, ich war beim letzten Training so begeistert und erfreut, dass selbst die Aggression nur noch sehr sp\u00e4rlich vorhanden war.<\/p>\n<p>Im Alltag l\u00e4sst sich dieser Baustein aber leider kaum umsetzen, welcher Hundebesitzer, der einem entgegenkommt, bleibt schon freiwillig stehen, damit sein Hund von meinem angebellt werden kann (aus Sicht des anderen Hundehalters).<\/p>\n<p>Bei einem Spaziergang habe ich es aber gewagt:<br \/>\nUns kam Coco entgegen, ein Scottish Deerhound, dem Barky zwar schon von Welpe an immer wieder mal begegnet ist, zu dem wir aber sonst keinen Kontakt haben.<br \/>\nBarky fing an zu bellen und ich bekam ihn nicht unter Kontrolle. Da ich wusste, dass Cocos Frauchen ebenfalls bereits mit unserer Hundetrainerin gearbeitet hatte, erz\u00e4hlte ich ihr kurz, dass wir im Training sind und bat sie, kurz mit Coco stehen zu bleiben, damit Barky mit seinem Gebell keinen Erfolg hat.<br \/>\nDie Dame war so nett und blieb tats\u00e4chlich stehen. Barky h\u00f6rte dann schnell auf zu bellen und ich bekam ihn unter Kontrolle, er sa\u00df dann ruhig vor mir und schaute mich an.<br \/>\nCocos Frauchen freute sich ebenfalls sehr f\u00fcr mich mit und ging dann entspannt weiter. Ich bin ihr sehr dankbar f\u00fcr diese Hilfe und war auch stolz auf mich, dass ich mich getraut habe, sie um diesen Gefallen zu bitten und wir damit auch Erfolg hatten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Intensivkurs-Truppe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1135\" src=\"http:\/\/kromi-barky.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Intensivkurs-Truppe-300x239.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Intensivkurs-Truppe-300x239.jpg 300w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Intensivkurs-Truppe-768x611.jpg 768w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Intensivkurs-Truppe-1024x815.jpg 1024w, https:\/\/sueggelkromis.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Intensivkurs-Truppe.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mir und Barky hat der Intensivkurs Hundebegegnungen sehr viel gebracht, weil ich nun diverse Hilfsmittel habe, die ich nutzen kann und mich nicht mehr hilflos und der Situation ausgeliefert f\u00fchle.\u00a0Seitdem arbeiten wir auf den Spazierg\u00e4ngen viel mehr miteinander und ich selbst bin schon viel ruhiger und besonnener in meinem Verhalten geworden, was sich auch auf Barky \u00fcbertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Im Basis-Training macht er augenblicklich Riesen-Fortschritte und entspannt immer mehr. Trotzdem gibt es immer noch die Momente, die man lieber nicht so erleben m\u00f6chte, er dr\u00e4ngt sich immer noch ab und an an mir vorbei und p\u00f6belt gegen einen anderen Hund und manch andere Hundehalter reagieren dann wirklich bl\u00f6d.<\/p>\n<p>Es ist also schon viel besser geworden, aber das Thema ist nicht abgeschlossen \u2013 wird es vermutlich mit einem R\u00fcden an der Leine auch nie vollst\u00e4ndig sein. Ich empfinde es aber nicht mehr als schlimm, ich habe gelernt, meinem Hund wieder zu vertrauen, zu wissen, dass er nicht wirklich aggressiv ist und auch die sch\u00f6nen Momente wieder zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ich kann jedem nur empfehlen, sich mit der K\u00f6rpersprache und dem Verhalten des Hundes intensiv auseinanderzusetzen. Springt \u00fcber euren Schatten, holt euch kompetente Leute an eure Seite zur Unterst\u00fctzung und arbeitet mit eurem Hund, in den Momenten, in denen es dann klappt, gibt euch das soviel zur\u00fcck &#8211; davon zehrt man lange.<\/p>\n<p>Ich bedanke mich riesig bei den beiden Astrids in unserem Barky-Leben, der Z\u00fcchterin und der Hundetrainerin &#8211; ohne euch h\u00e4tten wir das niemals hinbekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist still geworden um uns &#8211; das liegt nicht daran, dass ich keine Lust hatte, \u00fcber Barkys Entwicklung zu berichten, sondern weil wir intensiv daran gearbeitet haben, die Leinen-P\u00f6belei unseres pubertierenden R\u00fcden in den Griff zu bekommen. Um den Zeitpunkt der Ausstellungen in Neunkirchen fing es an und kam ganz schleichend. 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